Sind gleiche Tarife für Männer und Frauen bei der Altersvorsorge gerecht?

Seit dem Jahresende 2012 stellen Versicherer Männer und Frauen bei der Altersvorsorge gleich. Bisher berechneten sie die späteren Rentenzahlungen aufgrund der unterschiedlichen Lebenserwartungen separat nach Geschlechtern. Für Männer bedeutet dies, dass sie nun weniger Rente erhalten. Frauen profitieren dagegen.

Männer leiden unter den Unisex-Tarifen

Deutsche Frauen leben im Durchschnitt knapp 83 Jahre, Männer nur etwa 78. Deshalb zogen Versicherer bisher das Geschlecht heran, um die Renten zu bemessen. Das Europäische Gericht verbot dieses Verfahren allerdings, nun gelten Unisex-Tarife. Männer erhalten dadurch niedrigere Renten, da sich die kürzere Lebensdauer nicht mehr positiv auf die Berechnungsgrundlage auswirkt. Frauen werden dafür nicht mehr benachteiligt. Allerdings zeigen die ersten Beobachtungen – Erfahrungsberichte finden Sie zum Beispiel hier: http://www.swisslife-select-erfahrung.de/) –, dass es sich nicht um ein Nullsummenspiel zwischen den Geschlechtern handelt. Das männliche Geschlecht muss Einbußen verkraften, die von den Vorteilen für Frauen nicht aufgewogen werden. Zwei Gründe führen Experten an: Erstens rechnen viele Versicherer einen Risikopuffer ein, weil sie die Geschlechterzusammensetzung kaum vorhersagen können. Je mehr Frauen einen Vertrag abschließen, desto mehr Ausgaben fallen an. Zweitens verzeichnen einige Unternehmen tatsächlich einen höheren Frauenanteil. Die Unisex-Tarife haben die Abschlusszahlen in die Höhe schnellen lassen, während Männer aufgrund der Nachteile Zurückhaltung üben. Damit drohen die befürchteten Mehrkosten ein.

Die Altersvorsorge mit Bedacht wählen

Doch die Auswirkungen der Unisex-Tarife gelten nur in der Tendenz. Daraus dürfen Sie insbesondere als Mann nicht den Schluss ziehen, dass sich Altersvorsorge nicht lohnt. Sie müssen aber ein Optimieren des Versicherungsschutzes umsetzen. So gilt es zuerst, das Maximum der staatlichen Förderung herauszuholen. Je nach Einkommen und Beschäftigungsart empfehlen sich Riester- oder Rürup-Verträge. Zudem sollten Sie einen empfehlenswerten Anbieter sowie eine ideale Vorsorgeform, zum Beispiel klassische Rentenversicherung oder Aktienfonds, wählen. Manche Gesellschaften fordern hohe Verwaltungsgebühren, andere überzeugen durch günstige Konditionen. Das bestimmt die Höhe der späteren Rente. Als junger Mensch sollten Sie Investmentfonds bevorzugen, da Sie sich damit bessere Renditechancen sichern. Bestenfalls nehmen Sie eine kompetente Beratung in Anspruch, welche einen individuell passenden Vertrag garantiert.

Unisex-Tarife – tendenziell nachteilig

Die neuen Unisex-Tarife sollen Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern herstellen. Die Gesamtbilanz fällt aber ernüchternd aus: Frauen ziehen nur einen kleinen Nutzen daraus, für Männer erweisen sich die Tarife als deutlich nachteilig. Es kommt aber immer darauf an, das richtige Produkt abzuschließen. Dann zahlt sich die Altersvorsorge auch weiterhin aus.

Foto: Robert Kneschke – Fotolia

Werbung